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„Living Wages“

Eine Fortbildung zum Thema: Existenzsichernde Löhne im Fairen Handel – Eine Selbstverständlichkeit?

Verena Albert (GEPA) li., Iris Degen (Weltläden in Hessen) re.                          Bildrechte: Herborner Weltladen

Über 30 ehrenamtliche MitarbeiterInnen aus hessischen Weltläden, davon allein 17 des Herborner Weltladens haben sich zur Fortbildung im Haus der Kirche in Herborn getroffen. Die Veranstaltung wurde gemeinsam vom Herborner Weltladen und dem Verein Weltläden in Hessen organisiert.

Die TeilnehmerInnen gingen der Frage nach was sind existenzsichernde Löhne, sogenannte „Living Wages“ im fairen Handel? Wo gibt es diese oder warum gibt es sie noch nicht.

Hierzu konnte man mit Iris Degen, Referentin bei Weltläden in Hessen und Verena Albert , Mitarbeiterin der GEPA und Mitglied der Arbeitsgruppe der WFTO (World Fair Trade Organisation) zu Living Wages, zwei fachkundige Referentinnen gewinnen.

Zunächst wurden die Kriterien des fairen Handels erörtert. Dabei wurde nochmals deutlich, dass ein fairer Lohn oder ein fairer Preis nur ein Baustein des fairen Handels ist. Insgesamt bestimmt die WFTO 10 Regeln für den fairen Handel, außer einem fairen Preis sind dies z.B. faire Handelspraktiken, d.h. Handeln auf Augenhöhe, Diskriminierungsverbot, Umweltschutz und Förderung von Weiterbildung.

Um einen fairen Preis zu erreichen muss definiert werden was ein fairer Lohn ist. Um einen fairen Lohn zu definieren muss definiert werden was ein existenzsichernder Lohn ist. Zu einem existenzsichernden Lohn gehört die Kosten für eine ausgewogene Ernährung, für ein menschenwürdiges Wohnen und weitere Grundbedürfnisse wie Kleidung, Gesundheit Bildung. Hierzu sind regionsspezifische Erhebungen und Berechnungen nötig. An praktischen Beispielen probierten die TeilnehmerInnen ein solches Kalkulationsmodell aus

Auch wenn im fairen Handel in der Regel der länderspezifische Mindestlohn oder etwas mehr gezahlt wird ist dieser in vielen Ländern nicht mehr ausreichend, um ein menschenwürdiges Leben zu garantieren. Produzenten von Waren, welche im fairen Handel angeboten wären, befürchten aber bei einer Anpassung der Löhne, dass ihre Waren gar nicht mehr verkauft werden.

Eine Erhöhung der Löhne bei den Produzenten kann also nur gelingen, wenn alle Akteure entlang der Lieferkette z.B. auf einen Teil ihres Gewinns verzichten, um die Produkte noch wettbewerbsfähig zu halten.

Immer wieder diskutierten die TeilnehmerInnen über die Schwierigkeiten beim Umsetzen der Living Wages. Es wurde auch klar, dass dies keine Diskussion ist die allein auf die sog. Entwicklungsländer begrenzt ist.

Es besteht noch viel Handlungsbedarf, aber der faire Handel bewegt sich.”

Link zu den WFTO-Regeln: http://www.bmz.de/de/themen/fairer_handel/standards/WFTO/

Präsentation und Materialien zur Veranstaltung finden sich im Mitarbeiterbereich