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Lieferkettengesetz – jetzt erst recht!

Jetzt erst recht: Wir brauchen ein Lieferkettengesetz!

Es braucht manchmal einen langen Atem, aber trotz Rückschlägen stehen die Chancen für ein Lieferkettengesetz nicht schlecht. Aber wir müssen dranbleiben!

Transnationale Unternehmen wälzen die Verluste aus der Corona-Krise auf die schwächsten Glieder in den globalen Lieferketten ab – mit fatalen Folgen für die Beschäftigten im globalen Süden. Das zeigt das aktuelle Briefing der „Initiative Lieferkettengesetz“ am Beispiel des Textilsektors, das heute veröffentlicht wurde. Das zivilgesellschaftliche Bündnis fordert von der Bundesregierung, deutsche Unternehmen noch in dieser Legislaturperiode per Gesetz zur Achtung von Menschenrechts- und Umweltstandards zu verpflichten.

Die Krise trifft uns in Deutschland schwer. Doch noch viel härter trifft es Menschen am Anfang der Lieferketten, die keine soziale Absicherung haben. Die Bundesregierung darf nicht zulassen, dass deutsche Unternehmen das auch noch befeuern. Statt auf ‚Moral Distancing‘ zu setzen, muss sie jetzt ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag erfüllen und Unternehmen zu verantwortungsvollem Handeln verpflichten!“, fordert Johannes Heeg, Sprecher der Initiative Lieferkettengesetz.

Die Initiative Lieferkettengesetz kritisiert in ihrem Briefing den Umgang zahlreicher deutscher und europäischer Modekonzerne mit ihren Zulieferern in Bangladesch, Pakistan, Kambodscha oder Myanmar: Seit Beginn der Corona-Krise haben die Unternehmen aus dem globalen Norden Bestellungen in Milliardenhöhe storniert und verweigern zum Teil die Zahlung selbst für bereits produzierte Textilien.

Maren Leifker, Referentin für Wirtschaft und Menschenrechte bei Brot für die Welt, kommentiert: „Zur Bewältigung der Corona-Krise ist internationale Solidarität notwendig. Deutschland steht als wirtschaftsstarke Nation jetzt in der Verantwortung, mit einem Lieferkettengesetz zur nachhaltigeren und gerechteren Gestaltung globaler Geschäftsbeziehungen beizutragen.“

Die Petition zur Unterstützung eines Lieferkettengesetzes finden Sie unter www.lieferkettengesetz.de. Dort gibt es auch noch viele weiter Hintergrundinformationen.

Auch in der heute-show und in Frontal 21 war das Lieferkettengesetz Thema. Selten erlebt man, dass so deutlich Stellung bezogen wird und zur Unterstützung der Kampagne aufgerufen wird. Sehen Sie selbst:

https://www.zdf.de/politik/frontal-21/satire-toll-kinderarbeit-fast-abgeschafft-100.html

https://www.zdf.de/comedy/heute-show/heute-show-vom-12-juni-2020-100.html (ab Minute 19.44)

Bitte , wenn noch nicht geschehen: Unterzeichnen Sie jetzt online. Die Unterschriftenlisten im Weltladen werden Ende des Monats verschickt, online ist das Unterschreiben noch möglich. Im September soll die Petition an die Kanzlerin übergeben werden.