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Die Welt zu Gast im Weltladen – Nachlese

Nelson Perez aus Bolivien zu Gast im Herborner Weltladen

Nelson Perez hatte einen weiten Weg hinter sich, als er in der vergangenen Woche den Herborner Weltladen besuchte. Aus Bolivien  ist er angereist, um über den dortigen Quinoa-Anbau zu berichten. Im Rahmen der Fairen Woche besuchte er zusammen mit einer Vertreterin von El Puente, der deutschen Importorganisation, verschiedene Städte in Deutschland.

Quinoa wird in einer Höhe von rund 3.700 m unter extremen klimatischen Bedingungen angebaut. Von der Vorbereitung der Felder bis zur Ernte dauert es 15 Monate. Um den Boden nicht auszulaugen, wird immer nur ein Drittel der vorhandenen Ackerfläche bepflanzt.

Bis in die 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts bestand kaum eine Nachfrage für Quinoa. Dabei wird sie bereits seit über 5000 Jahren in den Anden angebaut. 1983 gründeten Quinoa Produzentinnen aus Bolivien ANAPQUI , einen Zusammenschluss von 15 Kooperativen, in denen mittlerweile 3000 Familien zusammengeschlossen sind ,um bessere Arbeitsbedingungen und bessere Erlöse zu erzielen. Nelson Perez ist ihr derzeitiger Präsident. In einem spannenden Vortrag berichtete er über die Arbeit der Kooperativen und den besonderen Herausforderungen durch den Klimawandel. Ziel ist eine nachhaltige Wertschöpfungskette des Quinoaanbaus. Mit Hilfe von Registern ist die Rückverfolgbarkeit des Quinoa bis zu den einzelnen Produzenten gewährleistet. Durch die Klimaerwärmung sind die Pflanzen durch Schädlinge gefährdet, die es früher nicht gab. Daher organisiert ANAPQUI Fortbildungen zu biologischer Schädlingsbekämpfung.

Für die Bauern im Hochland war Quinua schon immer ein Grundnahrungsmittel, während im Rest des Landes die Pflanze eher als minderwertig galt. Erst seit ein paar Jahren wird der Nährwert erkannt und geschätzt. So gibt die Regierung mittlerweile Lebensmittelpakete mit Quinoa für Schwangere und stillende Frauen aus. Seit einigen Jahren ist Nachfrage nach dem der von Natur aus glutenfreien Quinoa weltweit gestiegen. Ihr Gehalt an Eiweiß, Mineralien, Vitaminen und ungesättigten Fettsäuren übertrifft alle europäischen Getreidearten. Europa ist für ANAPQUI der größte Absatzmarkt – 40% des Exportes werden über den fairen Handel vertrieben, der Rest größtenteils über den Bio-Markt.

Die jungen Quinoa-Pflanzen werden durch Hecken vor dem Wind geschützt

Die Quinoa-Ernte geschieht in Handarbeit

 

Die zahlreichen Besucher des Abends nutzen nach der Verkostung von Quinoa-Bratlingen und Quinoakuchen rege die Möglichkeit zu Fragen an den Referenten.

Nelson Perez verabschiedete sich mit dem Hinweis, dass Herborn die schönste Stadt sei, die er auf seiner Rundreise durch Deutschland besucht habe.